"Abläufe verbessern"
BZ-INTERVIEW: Das Büro als Feld für Rationalisierung

LÖRRACH. Produktionsabläufe in den Betrieben werden seit Jahren rationalisiert. Wenn es um effizientere Büroprozesse geht, tun sich viele Unternehmen aber noch schwer. "Office of the Future", eine Veranstaltung des Lörracher Innocel, der STZ IT-Business-Consulting und der Wirtschaftsregion Dreiländereck-Hochrhein, versucht da zu helfen. Michael Baas hat im Vorfeld mit Professor Jürgen Treffert vom STZ über das Büro der Zukunft gesprochen.

BZ: Wie sieht das Büro der Zukunft aus?
Treffert: Das Schlagwort des papierlosen Büros geistert seit Jahren durch die Debatte. Die Vorstellung ist zwar überzeichnet, aber die elektronische Datenverarbeitung eröffnet große Potenziale, Arbeitsabläufe in den Büros zu verbessern. Bisher war die Rationalisierung vor allem auf die Produktion fokussiert. Das Ergebnis sehen wir in den fast menschenleeren Produktionshallen. In den Büros versucht man indes das Heute und Morgen oft noch mit Methoden von Gestern zu bewältigen. Hier stehen Optimierungsprozesse, wie sie in der Produktion stattfanden, noch bevor. Sie müssen sich nur vergegenwärtigen, dass nur noch der kleinste Teil der betrieblichen Durchlaufzeiten auf die eigentliche Bearbeitungszeit entfällt, um zu erfassen, welche Potenziale da schlummern.
BZ: Wo sehen Sie denn diese Optimierungspotenziale?
Treffert: Auf jeden Fall werden viele Handgriffe und Tätigkeiten, die heute noch üblich sind, überflüssig. So gibt es zum Beispiel eine elektronische Dokumentenverwaltung. Geschäftsbriefe, Gesprächsnotizen und anderes wird hier vom Kopierer her gleich elektronisch archiviert und muss nicht mehr von Hand abgelegt werden. Ein anderes Hilfsmittel ist ein Software gestützte Ablaufmanagement, das Anfragen und eingehende Post gleich der richtigen Bearbeitungsstelle zuweist.
BZ: Welche Rolle spielt da neben der Informatik die betriebliche Ablauforganisation?
Treffert: Eine sehr große. Je weniger Stationen bei einem Büroablauf zu durchlaufen sind, desto schneller ist dessen Durchlaufzeit. Auch hier müssen wir also etwas tun.
BZ: An wen richtet sich die Veranstaltung?
Treffert: Es geht uns vor allem darum, den kleinen und mittleren Firmen in der Region an praktischen Beispielen vorzuführen, wie ein Büro EDV-gestützt optimiert werden kann. Konkret wenden wir uns an Leitende Mitarbeiter, die sich bei Office of the Future Anregungen holen können, aber auch an alle die, die sich in dem Bereich fortbilden und auf der Höhe der Zeit halten wollen.
BZ: Was bietet die Veranstaltung im Detail?
Treffert: Wir haben unter 30 Firmen sechs ausgewählt und darunter sind fünf aus der Region, die spezifische Lösungen vorführen zur Organisation des Workflow, also den Arbeitsabläufen, sowie dem Prozess-, Dokumenten- und Wissensmanagement. Da wir mit großer Nachfrage rechnen, empfiehlt sich übrigens auch eine Anmeldung.


Veranstaltung: Office of the Future, Donnerstag 25. März, ab 16.30 Uhr im Innocel in Lörrach; 16.40 Uhr Eröffnungsvortrag "Office of the Future" mit Jürgen Treffert; Anmeldung unter: [TEL] 07621/5500-100

 

Badische Zeitung, "Wirtschaft in der Region", 17.März 2004

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